Historie

Wir Emscherkinder beim Sommerbad auf dem Hof. Fotos aus dem Jahre 1958, die an Zeichnungen von Heinrich Zille erinnern. Ich bin der Bursche mit der Wasserpistole im Anschlag – rechtes Foto.

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Meine Mutter im Alter von 19 Jahren in der Schulstraße in Walsum. Hier ist sie aufgewachsen. Das Foto hat ihre Freundin Leni Zolls gemacht. Den Mantel hatte sich meine Mutter selbst geschneidert. Wenn man die Straße weiter ging, kam man damals zu einer Emscherpumpstation. Nicht weit davon entfernt mündete die Emscher in den Rhein. Zwei Jahre später arbeitete meine Mutter als Kranführerin im Bandeisenwerk Dinslaken. Weitere fünf Jahre später floss, nicht weit von diesem Bandeisenwerk entfernt, der neue Emscherunterlauf in Richtung Rhein.

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Das Foto zeigt meinen Vater (stehend) 1985 mit Kumpels in seiner Werkstatt. Es gibt Köpi, Weinbrand und Schnittchen mit Pferdewurst. Ich habe das Foto gemacht und erinnere mich sehr gut, dass die Stimmung an dem Abend bombe war. Die Emscher floss wenige hundert Meter entfernt vorbei.

Von Beruf war mein Vater Hüttenarbeiter auf der August-Thyssen-Hütte in Duisburg-Bruckhausen. In Schichtarbeit sorgte er dafür, dass der Hochhofen immer genug Futter bekam. Dazu bediente er einen so genannten Hunt, also einen Schrägaufzug für Erz und Koks. Das Foto unten zeigt ihn 1979 an seinem Arbeitsplatz.

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Industriefotos, die ich 1972 in Duisburg gemacht habe, genauer gesagt: in Walsum, in Wehofen, in Marxloh, in Bruckhausen, in Meiderich, und der Blick von Orsoy über den Rhein auf die Thyssenhütte.

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2007 schenkte mir Karl zum Geburtstag das Buch von Michael Holzach „Deutschland umsonst“. Das sehr persönlich geschriebene Buch hat mich sofort fasziniert. Der Abschnitt über Holzachs Weg entlang der Emscher, den er im Jahre 1980 erlebt hat, brachte mich auf die Idee, dass ich selbst die Emscher – und damit meine Erinnerungen an das Emscherland – erkunden sollte. Endlich ist es soweit.

„Deutschland umsonst“ – Titel der zweiten Ausgabe von 2006

Das Buch ist weiterhin erhältlich: Neuauflage 2015

Michael Holzachs Lebensgefährtin Freda Heyden hat eine Website über ihn veröffentlicht: sehr lesenswert

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Ein Film weckt Kindheitserinnerungen in mir: „Junges Licht“ von Adolf Winkelmann.

Filmzitate, die Zitate aus meiner Jugend sind:
„Gut, dass Mutta keine Wäsche draußen hat.“
„Aber pass auf, da können Knochensplitter drin sein. Die Omma ist kein Metzger. Die hackt die Viecher wie Holz.“

Die offizielle Internetseite von „Junges Licht“ besuchen

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