Der Kunst-Klotz

Der Schuber enthält 17 Kataloge, er wiegt 15 Kilogramm und trägt den Ehrennamen „Der Klotz“. Es geht um „Kunst & Kohle“, ein künstlerisches Mammutprojekt, das 17 Museen in 13 Revierstädten zum endgültigen Abschied vom Bergbau realisiert haben. Essen präsentiert 100 Jahre alte Radierungen und Fotos aus dem Leben im Ruhrgebiet, Oberhausen versammelt Comics und Cartoons oder Mühlheim spürt dem „Duft der Kohle“ nach – jedes Museum tritt völlig anders auf. Was aber bisher fehlt, sind die Kataloge zu diesen Ausstellungen. Jetzt sind sie endlich da, und ihre Pressepräsentation findet im Kunstmuseum Gelsenkirchen statt. Dazu sind von den beteiligten Museen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angereist, die sich freuen, ihren jeweiligen Katalog zum ersten Mal in Händen zu halten – siehe Foto oben! Schon seit Mai laufen die Ausstellungen, auf insgesamt 10.000 Quadratmetern Museumsfläche. „Herausgekommen ist keine kulturhistorische Schau“, erklärt „Klotz“-Herausgeber Michael Wienand bei der Präsentation, „sondern Antworten auf die Frage: Was kann die bildende Kunst mit dem Thema machen?“ Und dass sie viel machen kann, beweisen final die großformatigen Kataloge im schicken Schuber. Ferdinand Ulrich, Koordinator der 17 Ausstellungen, fasst zusammen: „Was dabei herausgekommen ist, ist irgendwie auch für die Ewigkeit.“ Nach 200 Jahren Bergbau darf man gern für die Ewigkeit planen. Ich bin dann jetzt erstmal eine Woche nicht zu sprechen. Täglich zwei Kataloge habe ich mir vorgenommen. Ihre Gestaltung ist sehr gelungen, nun freue ich mich auf die Lektüre.

–> „Kunst & Kohle“ Gesamtausgabe, Wienand-Verlag Köln, Museumspreis: 100 Euro im Schuber; einzelne Bände, je nach Umfang, fünf bis 20 Euro


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