Danke, Oberhausen

Vor 50 Jahren starb mein lieber Oppa Gustav. Und nun stehe ich in seiner Oberhausener Wohnung. Das Haus, in dem mein Oppa seine letzten Lebensjahre verbracht hat, soll in ein paar Wochen abgerissen werden. Daher ist es komplett leer. Keine Menschen, keine Möbel, kein gar nix. Aber unzählige Spuren sehe ich, die die Bewohner des dreistöckigen Hauses hinterlassen haben.

Schon oft habe ich Häuser aufgesucht, die leergeräumt auf den Abrissbagger warteten. Akribisch habe ich dann jedes Zimmer fotografiert, vom Keller bis zum Dachboden, jedes Fenster und jeden Treppenabsatz. Aber diesmal ist es durchaus bewegend für mich, denn hier melden sich viele Erinnerungen. In der Küche, wo wir zusammen gegessen haben. Im Badezimmer mit der für ein Kind so riesigen Badewanne. Und im Wohnzimmer, wo ich aufgeregt die Erstausstrahlung von Raumpatrouille Orion im TV gesehen habe. Auch entdecke ich verschiedene Tapetenreste, die mich mit ihren bunten Mustern und Bildchen an damals erinnern wollen. Eine Reise mit der Zeitmaschine zurück in meine Kindheit. Danke, Oberhausen.

Und als wenn es des Guten noch nicht genug wäre, lerne ich anschließend noch Birgit und Martin kennen. Sie wohnen in Bottrop, aber wir laufen uns in Oberhausen über den Weg. Im herrlichen Plaudergespräch fliegen uns immer wieder neue Themen zu, fröhliche und kluge. Beim Abschied sagt Martin zu mir: „Jetzt muss ich dich mal in den Arm nehmen.“ Wunderbares Emscherland!


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